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Erleben Sie mit snobstudent.de hier und jetzt (und nicht erst demnächst) den neuen Berliner Hauptbahnhof und Eindrücke aus dem Regierungsviertel!
8:22 Uhr: Noch vier Stunden bis Berlin, das Frühstück im Boardrestaurant kostet € 6,50. Gegenüber bestellt jemand gerade sein zweites Bier. Der Weg zurück zum Platz ist lang. Gerade baut eine Gruppe von Rentnern ihre Vorräte an geschnittenen Äpfeln und sonstigen Früchten, die in Frischaltedosen aus Kunststoff transportiert werden, auf dem Tisch auf. Ein Langstreckenzug wie der ICE konzentriert Vertreter sämtlicher Teilnehmer dieser Veranstaltung namens BRD auf wenige Quadratmeter. Jetzt: Anzüge sind zu sehen (seit dem letzten Wahlkampf steht übrigens fest: Die Steigerung, nein, der Superlativ von Anzug ist einzig der Nadelstreifenanzug), kleine, schöne Notebooks, Evian. Dann wieder: Der seltsam vertraute Geruch von Mettbrötchen. Die Bezeichnung Mettbrötchen ist inzwischen korrekt, denn wir sind schon lange an Würzburg vorbei, also schon im Norden, um 8:00 Uhr hätten sie noch "Mettsemmeln" geheissen, wenn es sowas überhaupt gibt.
Bei der Bahn werden Zeitpunkte gerne in Form von Orten angegeben, wie zum Beispiel in der Meldung "das Boardrestaurant öffnet ab Nürnberg", eine elegante Idee um den Fahrgast nicht mit Uhrzeiten in Stress zu versetzen. Ungefähr bei Fulda kommt Reiseeuphorie auf: Die Aussicht auf vier Stunden Hauptstadt und die Möglichkeit sich mit der "On-the-go-Funktion" des iPods ad hoc eine Berlin-Playlist (Drauf müssen: Element of Crime, Die Ärzte, Mediengruppe Telekommander, und "Der Fernsehturm" von Lexy & K-Paul) zusammenzustellen, bietet allen Grund dazu.
Eine Durchsage wirft jedoch ein ernstes Problem auf: Der Anschlusszug in Göttingen wird verpasst, alle Reisenden nach Berlin werden gebeten, weiter nach Hannover zu fahren, dort bestehe Möglichkeit zur Weiterfahrt. Hat die Fahrt nach Berlin jetzt überhaupt noch einen Sinn? Schmilzt die ohnehin knapp bemessene Zeit in der Hauptstadt auf ein Minimum zusammen, das gerade ausreicht, um wieder die Heimreise anzutreten? Sind vielleicht fünf sichere Stunden in der Landeshauptstadt besser als drei unsichere in der Bundeshauptstadt? Nein. Diesmal ist der Spatz Hannover in der Hand der Taube Berlin klar unterlegen.
Hannover: Not the place to be.
13:16 Uhr: Endlich da. Die Verbindung Hannover-Berlin hat sich als sehr zuverlässig erwiesen und es bleiben noch drei Stunden
Wer behauptet jetzt noch ernsthaft, die WM schaffe keine Arbeitsplätze? Trotzdem bitte immer dran denken: Die Würde des Menschen ist...
Der neue Berliner Hauptbahnhof (Lerther Bahnhof)
Urbanität und Funktion: 300 000 Reisende und Besucher täglich
Das Bundeskanzleramt: Die Zeit der Schönwetterpolitik ist vorbei.
Was würde jetzt Edmund Stoiber dazu sagen?
die Zeit ist knapp bemessen. Aber das ist der Charme von Kurzreisen
900 neue Arbeitsplätze geschaffen
auf der untersten Ebene
85 000 Tonnen Stahl
500 000 Kubikmeter Beton
Mit diesem Standardfoto, das in keinem Berlinbericht fehlen darf, endet diese Story. Fortsetzung folgt!
